Es ist also ganz natürlich, dass täglich Haare in Kamm oder Bürste bleiben. Sind es jedoch über 100 Haare am Tag oder wird das Haar lichter, spricht man von Haarausfall. Dieser beginnt bei der Hälfte aller Männer bereits, wenn sie 30 Jahre alt werden.

Ursache für Haarausfall bei Männern ist eine Überempfindlichkeit gegen das Sexualhormon Testosteron – Inbegriff von Männlichkeit und leider auch verantwortlich für Haarausfall. Die Überaktivierung des männlichen Hormons in der Haarwurzel ist dafür verantwortlich, dass sich die Wachstumsphase der Haare verkürzt, was letztendlich zum Absterben der Haarfollikel führt – und zur Glatze.

Die Haarwurzel verkümmert dabei langsam. Statt nach sechs bis acht Jahren fallen die Haare in kürzeren Abständen wieder aus. Von Mal zu Mal werden sie feiner, denn die Stammzellaktivierung ist gestört.

Die häufigsten Arten von Haarausfall sind:

  • Hormonell-erblicher Haarausfall (Alopecia androgenetica): Unter hormonell-erblicher Alopezie leiden vor allem Männer, jedoch auch Frauen mit leichterer Ausprägung. Während sich bei Männern die Haare in diesem Fall bereits im jungen Erwachsenenalter oder gar im Jugendalter lichten, setzt der hormonell bedingte Haarausfall bei Frauen meist nach den Wechseljahren ein.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Kreisrunder Haarausfall ist zwar insgesamt selten, aber dennoch die zweithäufigste Form von schwindendem Haupthaar. Es entstehen dabei kleine, kreisrunde Kahlstellen. Manchmal fallen auch komplett alle Haare aus. Es wird eine gestörte Immunreaktion vermutet.
  • Diffuser Haarausfall (diffuses Effluvium): Beim diffusen Haarausfall fallen verstärkt Haare am gesamten Kopf aus. Schuld daran sind zum Beispiel Stress, Fehlernährung, eine Hormonumstellung oder die Einnahme bestimmter Medikamente. Je nach Ursache gestaltet sich auch die Therapie des diffusen Haarausfalls.

Tabletten oder Tinkturen regen Haarwachstum an

Gegen hormonbedingten Haarausfall verschreibt der Dermatologe bei Männern eine Tablette mit Finasterid als Testosteronschutz oder empfiehlt die äußerliche Anwendung des Wachstumsmittels Minoxidil. Bis zu einem Jahr kann es dauern, bis eine leichte Verbesserung oder wenigstens Stabilisierung auftritt. Dies kann in der Haarsprechstunde digital gemessen werden. Reicht das nicht aus, kann eine Eigenhaartransplantation sinnvoll sein.

Ausreichend Schlaf und viel Flüssigkeit sind gut für das Haar

Auf dem Markt sind viele Präparate, die das Haarwachstum fördern sollen, Mangelzustände jedoch selten die Ursache. Shampoos beeinflussen die Haarwurzel kaum. Allerdings sollte man einmal die eigenen Lebensumstände hinterfragen. Denn um kräftige Haare wachsen zu lassen, braucht der Körper auch ausreichend Schlaf und viel Flüssigkeit.