Popelbremse, Pornobalken, Gesichtshecke: Wie auch immer er genannt wird, der Schnurrbart ist wieder in – zumindest einen Monat im Jahr.

Ende letzten Jahres war es besonders haarig, da man überall nur noch Haare zu sehen bekam: Männer posteten über Bartkämme und erzählten jedem, der es lesen wollte, stolz, dass sie sich nicht komplett rasiert haben und wie der Bart tagtäglich mehr wuchs.

Nein, das lag nicht an einem besonderen neuen Barttrend, sondern an Movember. Dabei handelt es sich um eine aus Australien kommende groß angelegte Wohltätigkeitsaktion, die Jahr für Jahr Männer weltweit dazu bringt, sich einen Oberlippenbart stehen zu lassen, um während des Monats Spenden zugunsten der Erforschung und Vorbeugung gegen Prostatakrebs, Hodenkrebs und anderen Gesundheitsproblemen von Männern zu sammeln.

Prostatakrebs

Prostatakrebs entwickelt sich, wenn einige Zellen der Prostata sich wesentlich schneller teilen als für die normale Prostata üblich und so einen Tumor produzieren. Ohne Behandlung können die Prostatakrebszellen irgendwann von der Prostata auf andere Körperteile übergreifen, häufig werden dann Knochen und Lymphknoten von sekundären Tumoren befallen – diesen Prozess nennt man Metastasierung.

Ein besonders beängstigender Aspekt der Krankheit ist, dass Prostatakrebs sich zu Beginn ohne jegliche Symptome für die erkrankten Männer entwickelt. Erst sehr weit fortgeschrittene Krebserkrankungen der Prostata führen zu folgenden Symptomen der Harnwege:

  • Probleme beim Wasserlassen
  • Blut im Urin oder Sperma
  • verminderte Erektionsfähigkeit
  • schmerzhafte Ejakulation

Vorsorgeuntersuchungen

Nur wenn Prostatakrebs frühzeitig diagnostiziert wird, kann er behandelt werden.

Der Zweck einer Untersuchung ist es, Prostatakrebs im Frühstadium zu erkennen. Für die Erstdiagnose gibt es zwei übliche Tests: Bluttest (PSA: Prostataspezifisches Antigen) und ärztliche Untersuchung (DRE: Digitale Rektaluntersuchung).

Hodenkrebs

Junge Männer zwischen 20 und 40 haben das höchste Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken. Die genauen Gründe für Hodenkrebs sind nicht bekannt. Hodenkrebs beginnt mit einem abnormalen Wachstum von Zellen. Die Hoden sind Teil des männlichen Reproduktionssystems und für die Produktion von Testosteron und der Spermien verantwortlich.

Hodenkrebs ist für gewöhnlich ein kleiner fester Knoten, der mit einer Schwellung oder Veränderung der Beschaffenheit des Hodens einhergeht. Einige Männer spüren auch einen tauben Schmerz im Hoden oder im Unterleib. In der Mehrzahl der Fälle ist nur ein Hoden betroffen. Männer, die eine solche Abnormalität feststellen, sollten, unabhängig von ihrem Alter, schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Hodenkrebs vorbeugen

Eine regelmäßige Selbstabtastung der Hoden ist wichtig für junge Männer, speziell für jene, die ein erhöhtes Risiko für Hodenkrebs haben. Die Größe, Form und normale Knotigkeit zu kennen, kann dabei helfen zu determinieren, ob etwas nicht ganz in Ordnung ist. Eine Selbstabtastung der Hoden hilft Veränderungen früh festzustellen und im Falle einer Erkrankung frühzeitig mit der Behandlung beginnen zu können.

„Movember“ ist als Stiftung organisiert, und mittlerweile beteiligen sich in 21 Ländern Männer an der Kampagne, die im Jahr 2003 im australischen Melbourne entstanden ist. Bart tragen allein reicht jedoch nicht, denn nur wer sich unter www.movember.com ein Onlineprofil anlegt, kann damit Spenden sammeln. Und natürlich können Frauen ihren Männern zur Seite stehen und die Kampagne ebenfalls unterstützen.  www.de.movember.com/?home