Im Interview sprechen sie über ihre Berufe, Work-Life-Balance und verraten ihre Rezepte zum Glücklichsein.

Was bedeutet für Sie Work-Life-Balance?

(CJ) Es ist für mich die Balance zwischen persönlichen Beziehungen wie zum Beispiel Familie und Freunde, wo das „Mitleben“ und somit Sozialkontakte eine Rolle spielen, meiner Arbeit und den von mir verfolgten beruflichen Zielen und meinem Ego, wo es um die körperliche Fitness und geistiges Wohlbefinden geht. Alles sollte über einen längeren Zeitraum betrachtet in Balance zueinander gehalten werden, sprich zu seinem Recht kommen, sodass in Summe ein gutes Lebensgefühl überwiegt.

(HB) Für mich bedeutet Work-Life-Balance, dass neben dem oftmals stressigen Job auch Zeit für Entspannung vorhanden sein muss. Meine Entscheidung, auf die Urlaubsinsel Sylt zu gehen, hier ein Hotel zu führen und in meinen Fine-Dining-Restaurants zu kochen, ist für mich der perfekte Ausgleich.

Dies in Ihren beruflichen Alltag zu integrieren, ist sicherlich nicht einfach. Schließlich gilt der Beruf des Kochs als einer der stressigsten. Wie schaffen Sie es, die Balance in Ihrem Leben zu halten?

(CJ) Mir hilft eine konsequent verfolgte Zeiteinteilung. Indem ich mir fixe Zeiten frei halte, in denen ich Sport treibe, und die freien Tage mit meiner Familie verbringe. Das klappt zugegebenermaßen nicht immer, aber im Großen und Ganzen doch recht gut.

(HB) Das ist in der Tat wahr. Zwei Schichten am Tag lassen mir in den Pausen aber Raum, um joggen zu gehen, die traumhafte Luft auf Sylt zu genießen oder bei einem Spaziergang am Meer inspirierende neue Ideen zu generieren.

Gab es auch mal andere Zeiten, in denen Ihnen alles zu viel wurde?

(CJ) Die gab es und wird es bei meiner Einstellung auch immer wieder geben. Wenn man für hohe Ansprüche lebt und arbeitet, kommen zwangsläufig auch solche unangenehmen Momente. Ich versuche, mich dann auf das Wesentliche zu konzentrieren, atme hierzu tief durch und suche nach einer geeigneten Lösung. Große Unterstützung erfahre ich dabei auch durch mein hervorragendes Team, was mich in solchen Phasen großartig entlastet und mir die notwendige Luft verschafft.

(HB) Ja, die gab es bei mir. Die Arbeit in Großstädten hat für mich persönlich keine gute Work-Life-Balance. Aber natürlich ist jeder Mensch anders gestrickt. Ich selbst konnte mich jedoch in einer Großstadt nicht so entspannen, wie es mir wichtig ist.

Ich habe dann mein Leben verändert, indem ich aus der Großstadt weggegangen bin und nun weniger Hektik um mich herum habe. Schließlich habe ich Gäste auf Sylt, die hier in Urlaubsstimmung sind und entspannen möchten. Das kommt meinem Leben sehr entgegen.

Sie sind in einer glücklichen Beziehung. Wie schaffen Sie es, Ihre Liebe neben Job und Alltag zu wahren?

(CJ) Die glückliche Beziehung habe ich meiner wunderbaren Frau zu verdanken. Wir leben mit- und füreinander, sodass es mir bisher noch nicht schwergefallen ist, alles unter einen Hut zu bringen, und ich mir in diese Richtung gehend keine Gedanken gemacht habe oder machen musste.

(HB) Neben dem Job muss auch Zeit für das Private bleiben. Am Nachmittag kann ich mit meiner Familie etwas unternehmen. Wer kann das sonst?

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Welche 5 Tipps würden Sie beruflich sehr eingespannten Männern mit auf den Weg geben?

(CJ) Da kann ich nur aus eigener Erfahrung Empfehlungen geben:

  1. Konsequentes Zeitmanagement und Arbeitsteilung – durch Planung und Delegation Balance halten zwischen Arbeit und Freizeit, Spannung und Entspannung; das Leben sollte lebenswert gestaltet werden und Spaß und Freude nicht zu kurz kommen.
  2. Wichtige Dinge im Beruf und außerhalb von unwichtigen Dingen unterscheiden – mit dem Ziel, sich je nach Tätigkeit (Beruf, Sport, Familie etc.) auf das Wesentliche zu konzentrieren und von Ballast, zum Beispiel nicht veränderbaren Gegebenheiten, zu befreien beziehungsweise loszusagen. Fokus auf das richten, was ich gerade mache!
  3. Ziele und Prioritäten setzen und diese konsequent verfolgen und bei Erreichen der Ziele das Erfolgserlebnis auch genießen und andere am Erfolg teilhaben lassen.
  4. Unangenehme Dinge nicht vor sich herschieben, sondern schnell und konsequent erledigen.
  5. Ab und zu die persönliche Einstellung und das eigene Verhalten insbesondere gegenüber Mitmenschen reflektieren, sprich in den Spiegel schauen und selbstkritisch bleiben!

(HB)

  1. Stets die eigenen Prioritäten überprüfen
  2. Sylt
  3. Ausreichend viel Privatleben neben dem Job
  4. Das Leben genießen
  5. Spaß haben

Erzählen Sie uns zum Abschluss bitte noch etwas über Ihre aktuellen Projekte und Ziele 2015.

(CJ) Zurzeit verfolge ich keine konkreten Projekte. Als Juror und Coach, bei der zurzeit laufenden VOX-Sendung „Game of Chefs“, habe ich gerade ein Projekt abgeschlossen, und es bleibt abzuwarten, wie dieses doch aus meiner Sicht doch sehr gute Format bei den Zuschauern ankommt und eine Fortsetzung findet. Darüber hinaus stehen meine geschäftlichen Partner im Mittelpunkt, mit denen ich Marketing- und Werbemaßnahmen realisiere. Über all dem steht natürlich das Ziel, mit einem tollen Team den Erwartungen der Gäste an ein 3-Sterne-Restaurant gerecht zu werden und das Restaurant Überfahrt wirtschaftlich erfolgreich im Sinne von Thomas H. Althoff zu führen.

(HB) Aktuell bin ich als TV-Koch bei „Game of Chefs“ auf VOX zu sehen; das waren sehr spannende und intensive Dreharbeiten. Auch weitere TV-Projekte sind bereits in Arbeit.

Außerdem werden wir in meinem Hotel Landhaus Stricker einige Verschönerungsarbeiten vornehmen, wobei alle Hotelzimmer derzeit bereits mit neuen TV-Soundbars ausgestattet werden. Auch die Bar soll umgebaut werden.

In den kommenden Monaten freue ich mich zudem besonders auf ein schönes Gourmet-Festival und auf meine Auftritte als Gastkoch in Rottach-Egern, Kitzbühel und auf der MS EUROPA. Natürlich wünsche ich mir als Gastronom und Gastgeber auch in diesem Jahr eine gute Sommersaison und eine erfolgreiche Weiterentwicklung eigener Produkte sowie der einzelnen Unternehmensbereiche. Ich habe da noch viel vor! Seien Sie gespannt und freuen Sie sich auf viel Neues von mir.