Die CALIBER-Studie, die die Behandlung mit einem Magnetring mit der Einnahme von Säureblockern vergleicht, macht Hoffnung. Denn während 90 Prozent der Patienten, die vorher an Regurgitation litten, nach Einnahme von herkömmlichen Säureblockern immer noch über „mäßige bis starke Regurgitation“ klagten, hatten in der Gruppe der mit dem Magnetring behandelten Patienten lediglich zehn Prozent noch die gleichen Beschwerden wie vor der Behandlung. Eine gute Nachricht für alle, bei denen das regelmäßige Auftreten von Sodbrennen auf eine Refluxkrankheit hindeutet. 

Wie Sodbrennen entsteht

Das unangenehme „Brennen“ hinter dem Brustbein wird durch Magensäure hervorgerufen, die in die Speiseröhre zurückfließt und die innere Wand der Speiseröhre reizt. Normalerweise verhindert der Schließmuskel am Mageneingang diesen Rückfluss (Reflux); ist diese Funktion jedoch eingeschränkt, wird der Magen nicht vollständig abgedichtet – und man spricht von der Refluxkrankheit.

Weitere Ursachen von Sodbrennen können eine erhöhte Magensäureproduktion oder ein erhöhter Druck im Bauchraum, zum Beispiel durch zu enge Kleidung oder Übergewicht, sein. Auch eine verzögerte Magenentleerung, beispielsweise durch zu langes Sitzen, das die Verdauung verlangsamt, begünstigt Sodbrennen.

Während bei nur gelegentlich auftretenden Beschwerden, die meist durch die üblichen Verdächtigen – fettiges Essen, Stress, übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum – ausgelöst werden, oft schon ein Nickerchen, ein kleiner Spaziergang oder tiefes Durchatmen Linderung verspricht, lässt sich die Refluxkrankheit nicht so leicht besiegen. Die neue Studie belegt nun erstmals, dass die herkömmlichen Säureblocker kaum etwas ausrichten – die Probanden bekamen sogar eine doppelte Dosis verabreicht.

Das Einsetzen eines kleinen Magnetrings ist zwar immer noch etwas aufwendiger und abschreckender als die schnelle Einnahme von ein paar Tabletten. Aber wo durch die eine Methode fast allen Patienten (90 Prozent) geholfen werden kann und durch die andere fast keinem (zehn Prozent), ist die Sache wohl ziemlich eindeutig. Bereits über 15.000 Mal wurde der Magnetring implantiert und wird in einigen deutschen Krankenhäusern angeboten.  

Vorbeugen ist besser als Aufstoßen

Am besten bleibt natürlich die „Methode Vorbeugen“. Mit ein paar kleinen Tricks und Verhaltensweisen lässt sich der Schlamassel verhindern oder wenigstens erleichtern. Beim Essen gilt: mild vor scharf und leicht vor schwer. Das gilt auch für die Temperatur: Zu Heißes oder zu Kaltes verlangsamt den Rücktransport von Magensäure, die bereits in die Speiseröhre geflossen ist. Weniger ist mehr: Übergewicht erhöht den Druck auf den Magen. Auch Genussmittel wie Alkohol, Zigaretten, Schokolade und Kaffee fördern das saure Aufstoßen.

„Cool bleiben“ als Therapie

Andere „Kulturtechniken“, wie kurz vor dem Schlafengehen nichts mehr essen, Stress möglichst vermeiden, regelmäßig Sport treiben oder jedenfalls ausreichend in Bewegung bleiben und ein generell entspannter Lebensstil, erklären sich im Prinzip von selbst – und sind nicht nur gut gegen die Refluxkrankheit. Aber da im Schnitt fast jeder vierte Deutsche mehrmals im Monat unter Sodbrennen leidet – und die Sache so schnell anfängt, nicht nur richtig zu nerven, sondern tatsächlich ein gesundheitliches Problem darzustellen –, kann man nicht oft genug betonen: „Cool bleiben“ (die moderne Variante des antiken Leitfadenklassikers „Alles in Maßen“) ist nach wie vor eine gute Idee.