Allerdings können Millionen süchtige Bundesbürger nicht die Finger von den gefährlichen Glimmstängeln lassen. So auch Martin Bremer: Drei Jahrzehnte lang hatte der 56-jährige Ingenieur im Alltagsstress zu den Kippen gegriffen –mit fast fatalen Folgen.

Zahlreiche Risikofaktoren

Der Arzt diagnostizierte bei dem Münchner einen Blasenkrebs. Laut Expertenschätzung erhöht Tabakrauchen, genauso wie Passivrauchen, das Risiko auf ein Harnblasenkarzinom etwa um den Faktor zwei. Betroffen sind zudem häufig Mitarbeiter, die regelmäßig mit bestimmten chemischen Substanzen in Kontakt sind. Erschwerend kommt bei ihnen hinzu: Vom Kontakt mit den krebserregenden Stoffen bis zur Krebsentstehung können mitunter 40 Jahre vergehen. Aber auch eine genetische Vorbelastung, entzündliche Schädigungen der Blasenschleimhaut sowie Strahlentherapien im unteren Becken spielen als Risikofaktoren eine Rolle.

„Für mich brach eine Welt zusammen“, sagt Bremer. Den ersten Schreck bekam er bereits, als sich sein Urin rötlich braun verfärbte. Schon vorher hatte ihn sein verstärkter Drang, Harn zu lassen, gewundert.

Der Arzt von Martin Bremer testete dann positiv Blut im Urin. Danach spiegelte der Mediziner die Harnröhre und die Harnblase. Dabei nahm er Gewebeproben aus verdächtigen Bereichen der Blasenschleimhaut, um sie zu analysieren.

Bei Martin Bremer entfernte der Arzt den Tumor über eine sogenannte transurethrale Resektion.

„Wie sich herausstellte, hatte ich Glück im Unglück“, erzählt Bremer. „Mein Tumor beschränkte sich auf die Blasenschleimhaut. Der Krebs war also noch im Frühstadium.“ In einem fortgeschrittenen Stadium leiden Patienten dagegen an einem muskelinvasiven Harnblasenkrebs, der bei den Betroffenen bereits in die Muskelschicht der Blasenwand vorgedrungen ist. In der Regel folgt eine Computertomografie im Raum von Bauch, Becken und Brust. Danach entfernt der Arzt das Karzinom während einer Operation. Lässt der Allgemeinzustand des Patienten dies nicht zu, kommt eine Strahlentherapie in Betracht.

Bei Martin Bremer entfernte der Arzt den Tumor über eine sogenannte transurethrale Resektion. „Er führte ein Instrument mit einer elektrischen Schlinge in meine Blase ein. Das betroffene Gewebe konnte er so über die Harnröhre entfernen“, erzählt Bremer. Das Rückfallrisiko verringerte der Mediziner mit Medikamenten, die er über einen Katheter regelmäßig in zeitlichen Abständen verabreichte.

„Ich kann heute glücklich sagen, dass ich geheilt bin“, sagt Martin Bremer. Und so schwer es ihm fällt – die Finger will er ab sofort möglichst von den Glimmstängeln lassen.

(Alle Bilder werden zu Veranschaulichungszwecken verwendet und bei allen abgebildeten Personen handelt es sich um Models.)