„Ich habe beim Operieren das Gefühl, als stünde ich direkt im Patienten!“ Beim roboterassistierten Operieren sitzt der Chirurg etwas entfernt vom Operationstisch an einer Steuerkonsole. Er sieht das Operationsfeld hochauflösend in 3D und kann es mehrfach vergrößern. Über zwei Bedienelemente für die Finger steuert er die Instrumente, welche sich an speziellen Roboterarmen befinden und zuvor über kleinste Schnitte in den Körper eingebracht wurden (vgl. Foto).

Prof. Stefan Siemer, 1. Vorsitzender der DGRU aus Homburg/Saar, erklärt: „Das Besondere sind die eingesetzten Instrumente, sie sind extrem flexibel und lassen sich um 540° drehen. Dies ermöglicht hochpräzise Bewegungen.“ Zudem übersetzt das System nicht nur die Handbewegungen des Operateurs, es gleicht auch jegliches Zittern aus.  

Durch die roboterassistierte Technik wird sich die urologische Chirurgie in den nächsten Jahren weiter rasant verändern.

Die roboterassistierte Chirurgie entfaltet ihre Vorteile besonders bei komplexen Eingriffen. In der Urologie sind dies unter anderem die organerhaltende Nierenchirurgie, rekonstruktive Eingriffe an Nierenbecken, Harnleiter und Blase, die radikale Prostatektomie, Salvage Lymphknotenchirurgie bei Lymphknotenmetastasen, die Blasenentfernung mit Harnableitung und Eingriffe bei Inkontinenz bzw. Senkungen im Unterleib (Sakrokolpopexie). Auch die Nierentransplantation kann inzwischen roboterassistiert durchgeführt werden.

Durch die roboterassistierte Technik wird sich die urologische Chirurgie in den nächsten Jahren weiter rasant verändern, was beispielsweise auch die Verwendung der diagnostischen Ergebnisse einschließt (3D Tesla MRT u. a.).  Bereits jetzt werden tumorsuspekte oder metas-tasenverdächtige Areale dem Chirurgen an der Konsole direkt in sein OP-Feld projiziert. Diese Form der Bildüberlappung nennt man „Augmented Reality.“ So lassen sich Tumoren und deren mögliche Absiedlungen immer präziser darstellen.

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