Als eine Alternative zur medikamentösen Therapie hat sich inzwischen die Neuro-Elektrische Stimulation (NES) etabliert. Sie ist ein Verfahren zur Behandlung von Suchterkrankungen durch die Anwendung elektrisch erzeugter Impulse.

Die ersten Therapien mit elektrischen Reizen wurden in der Medizin schon in der Antike zur Behandlung unterschiedlicher Erkrankungen eingesetzt.

Elektrische Signale

Bei der NES zur Suchtbehandlung werden Klebeelektroden verwendet, die man in der Regel hinter dem Ohr platziert. Ein pulsierender Gleichstrom mit speziellen Frequenzen und Impulsbreiten ist für den Patien-
ten völlig ungefährlich. Das Ergebnis allerdings ist erstaunlich.

Durch die Anregung des sogenannten limbischen Systems im Gehirn werden auf natürliche Weise körpereigene Neurotransmitter produziert. Stresshormone und Glücksbotenstoffe wie Dopamin, Serotonin und Endorphine kommen wieder in Balance. Der Suchtdruck und alle anderen Entzugserscheinungen werden fast vollständig beseitigt.

Unterstützung beim Entzug

Auf Medikamente für den Entzug kann daher fast vollständig verzichtet werden. Und die gefürchtete Depression in der Entzugsphase wird durch die Glückshormone komplett aufgefangen. Die Patienten sind bereits in der Entgiftungsphase aufnahmefähig und therapierbar.

Dadurch verkürzt sich der Genesungsprozess enorm und man muss keine vier bis sechs Wochen mehr in der Klinik verweilen. In der klinischen Praxis sind interessante Nebeneffekte der NES-Behandlung zu beobachten. Es kommt zu Verbesserungen bei Schlafstörungen, bei depressiven oder Stresszuständen, bei Ängsten, aber auch bei kognitiven Dysfunktionen.

Hilfe in der Klinik

Pionierin auf diesem Gebiet war die schottische Ärztin Dr. Margret Patterson. Sie beschäftigte sich schon in den 70er-Jahren mit dieser Methode – und entgiftete erfolgreich Prominente wie Keith Richards oder Eric Clapton.

Genauso wie die Rockstars sollten sich Betroffene jedoch am besten in einer Klinik mit NES behandeln lassen. Denn der biochemische Entzug durch NES ist nur die Basis  einer seriösen Entzugsbehandlung und muss von anderen bewährten Methoden der Therapie begleitet werden.