Gut 35 Prozent der deutschen Männer leiden unter der erektilen Dysfunktion. Also unter der Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen, die eine Penetration beziehungsweise den Geschlechtsverkehr mit dem Partner ermöglicht. „Männer bekommen keine zufriedenstellende Erektion hin. Das ist das Leitsymptom.

Libidoverlust und auch psychische Probleme sind häufig die Folge“, erklärt der Urologe Dr. Michael Blessing aus Bad Wörishofen. Ein Tabuthema sollte es dennoch nicht sein, denn wer nicht darüber spricht, dem kann auch nich geholfen werden.

Wie kommt es zu Erektionsstörungen?

Ursachen für die erektile Dysfunktion gibt es viele und jeder Mann jeden Alters kann davon betroffen sein. Typischerweise trete Erektionsstörungen jedoch auf, wenn vom Körper nicht mehr genug Stickstoffoxid freigesetzt werden kann, welches den Arterien ermöglicht, sich so zu weiten, dass eine Erektion entstehen kann. Dieses wird vor allem durch alle kardiovaskulären Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Übergewicht, hohe Blutzuckerwerte und Rauchen begünstigt.

Was kann man dagegen tun?

Keiner muss heute mit einer Potenzstörung leben. „Oft kann man schon mit sehr einfachen Mitteln die Potenz wieder herstellen. Wenden Sie sich an einen Urologen oder Männerarzt und sprechen Sie über ihr Problem – auch mit Ihrem Partner. Tabuisieren Sie Ihr Problem nicht“, rät Dr. Blessing.

Ein Weg der Behandlung führ über Medikamente, mit denen versucht wird, die Ursache des Problems zu lösen, nämlich die Unfähigkeit der Blutgefäße, sich zu weiten, sodass genug Blut hindurchfließen kann. Außerdem können auch diätetische Lebensmittel oder alternative Methoden wie Beckenbodentraining helfen. „Das lege ich jedem meiner Patienten nahe – auch den Gesunden.

Denn unsere Gesellschaft hat sich weg von der körperlichen Arbeit entwickelt, wir machen heute sehr viel sitzend. Aus diesem Grund sollte ein Mann auch an seinen Beckenboden denken, damit er auch mit 85 Jahren noch eine gute Potenz hat“, so der Experte.