„Ich kann jederzeit aufhören oder es reduzieren.“ Mit diesen Gedanken machen sich viele Süchtige lange etwas vor. Bis sie die schwerwiegenden Folgen erst schleichend, später umso gravierender zu spüren bekommen. Dabei ist Alkoholismus keine Schande, sondern eine ernst zu nehmende Krankheit. In der Regel lässt sie sich deshalb nur mit professioneller Hilfe stoppen.

Wege aus der Sucht

Heute zufrieden und trocken lebende Alkoholkranke gingen vor allem folgende Wege: Sie suchten einen Arzt oder eine Suchtberatungsstelle auf, schlossen sich einer Selbsthilfegruppe an und standen den Entzug schließlich in einer professionellen Einrichtung durch – bestenfalls in einer geschlossenen Gruppe.

Eine effektive Unterstützung während des Entzugs bietet zum Beispiel die Behandlung mit Neuro-Elektrischer Stimulation.

Die Suchtkranken treffen hier auf Betroffene in der gleichen Situation.

Aktivitäten und der Austausch untereinander helfen, man findet Verständnis und fühlt sich nicht allein. Ärzte, Psychologen und Sozialarbeiter im Behandlungsteam lindern zudem die oft massiven persönlichen Beschwerden.

Moderne Behandlung

Eine effektive Unterstützung während des Entzugs bietet zum Beispiel die Behandlung mit Neuro-Elektrischer Stimulation (NES). Dabei werden die Patienten rund drei Wochen lang mittels Elektroden hinter den Ohren mit einem kleinen Stimulationsgerät verbunden. Das limbische System im Gehirn wird angeregt. Es produziert Glücksbotenstoffe wie Endorphine, Serotonin, GABA und Dopamin.

Die bei einer Suchterkrankung aus dem Gleichgewicht geratene natürliche Produktion der Botenstoffe kommt wieder in den Normalbereich. Auf diese Weise erhöht das erfolgreiche Therapiekonzept NES die Wirkung der Gesprächstherapien nachhaltig. Körperliche Symptome lassen sich lindern. Der Entzug gestaltet sich wesentlich erträglicher und die Patienten sind motivierter. Für die Zeit nach der Entziehungskur ist zunächst noch eine Anschlusstherapie empfehlenswert.