Dabei fällt der Strahl bei Weitem nicht mehr so kräftig aus wie früher, und im schlimmsten Fall ist gar nicht die Rede von einem Strahl.

All dies kommt jedoch nicht auf einen Schlag, und so gewöhnt sich der Mann an diese Problematik und passt sein Leben daran an, eine Einstellung, die in anderen Bereichen vielleicht ein Vorteil ist. Die Rede ist übrigens von einer Erkrankung der Prostata, die viele Männer im Alter betrifft.

Anatomisch gesehen hat unser Körper es nicht gerade schlau angestellt, dass die Harnröhre mitten durch die Vorsteherdrüse verläuft, wie die Prostata auch genannt wird. Im Alter kann sich diese Drüse gutartig vergrößern und engt die Harnröhre ein, was zu den oben genannten Symptomen führt. Vielleicht ahnt man(n) auch schon, dass dies alles mit der Prostata zu tun hat, und stößt dann beim Googeln auf den Prostatakrebs – die häufigste bösartige Tumorart beim Mann. Jetzt gesellt sich zu der allgemeinen Arztmuffeligkeit noch ein kleines bisschen Angst.

Jedoch ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata samt den Beschwerden beim Wasserlassen eine völlig andere Erkrankung als der Tumor in der Prostata. Diesen bemerkt man(n) nämlich leider meistens erst, wenn er weiter fortgeschritten ist, da er eher im äußeren Bereich der Prostata vorkommt und somit oft keine Beschwerden verursacht.

Genauso kann dieser Wert auch bei anderen nicht bösartigen Erkrankungen der Prostata erhöht sein.

Jetzt kommt die Vorsorge ins Spiel. Sie sollte ab dem 45. Lebensjahr regelmäßig durchgeführt werden und falls bereits Prostatakrebs in der Familie vorkam, schon ab einem Alter von 40 Jahren. Neben dem Abtasten der Prostata über den Enddarm gehört hierzu auch die Kontrolle des PSA-Wertes. Ein Enzym, das von der Prostata gebildet wird und bei einer Krebserkrankung erhöht sein kann, aber nicht muss.

Genauso kann dieser Wert auch bei anderen nicht bösartigen Erkrankungen der Prostata erhöht sein. Zugegebenermaßen nicht der ideale Wert, aber derzeit der einzige, den wir haben, um Prostatakrebs frühzeitig zu entdecken. Ist der Tumor dann durch eine Biopsie gesichert, gibt es zahlreiche Methoden, diesen zu behandeln, was an seiner oft unterschiedlichen Aggressivität liegt.

So gibt es Befunde, bei denen man den Tumor einfach beobachtet, da er sehr wenig aggressiv ist, und solche, bei denen die Prostata operativ entfernt werden muss. Die wichtigste und auch schwierigste Aufgabe der Urologen ist es also, die weniger schlimmen Tumoren nicht durch unnötige Behandlungen überzutherapieren, jedoch die aggressiven Befunde zu entdecken und zu behandeln.

Ach, und übrigens, für die Probleme beim Wasserlassen gibt es zahlreiche Lösungen, und so ein Besuch beim Urologen ist auch gar nicht so schlimm.