Und gerade die Männer unter ihnen leiden lieber still, vermeiden den Gang zum Mediziner und versuchen, irgendwie mit dem Problem fertig zu werden. Im schlimmsten Fall wirkt sich das negativ auf ihr Privat- oder Berufsleben aus, weil sie bestimmte Aktivitäten in der Öffentlichkeit meiden. Wer möchte schon bei einem unwillkürlichen Harnabgang ertappt werden?

Denn das kann bei einigen Betroffen selbst nach einem Husten oder Lachen passieren. Aber ob nun junge oder ältere Patienten - es gibt längst Angebote für Therapien, die bereits ohne eine Operation auskommen. Allerdings sollte vorher immer der Arzt aufgesucht werden, weil nur er die Behandlung individuell anpassen kann.

Besonders Männer haben nach einer Prostata-OP ein höheres Risiko, an Inkontinenz zu leiden. Bei ihnen, wie aber auch bei Frauen, hilft zum Beispiel bereits ein Beckenbodentraining um diese Körperregion zu kräftigen. Idealerweise unterstützt dabei ein Physiotherapeut. Es braucht währenddessen viel Geduld und Ausdauer, um eine Besserung zu erzielen.

Betroffenen sollten bestimmte Stoffe meiden, die die Blase reizen.

Oft ergänzt man diese Therapie um ein Biofeedbacktraining. Das sensibilisiert dafür, die richtigen Muskeln anzuspannen. Einmal trainiert, lassen sich viele Übungen sogar in den Alltag integrieren.

In der Zeit direkt nach der OP können Hygieneartikel mehr Sicherheit schaffen: So gibt es zum Beispiel aufsaugende Inkontinenzeinlagen, die speziell auf die männliche Anatomie zugeschnitten sind. Je nach Urinverlust bietet der Markt eine Vielzahl an Produkten unterschiedlicher Aufnahmekapazitäten.

Wie auch für andere Krankheiten vorbeugend, kann eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht nicht schaden. Außerdem sollten die Betroffenen bestimmte Stoffe meiden, die die Blase reizen: Dazu zählen Kaffee, scharfe Gewürze genauso wie der Verzicht auf Nikotin und eine geregelte Verdauung.

Hilfreich ist außerdem ein Blasen- oder Toilettentraining:  Dank eines minutiösen Protokolls passt der Patient seine Trinkmengen, festen Zeiten für die Toilette und geeignete Getränke individuell an seinen Alltag an. Manchmal können Entspannungsverfahren helfen, den seelischen Auslöser der Dranginkontinenz zu beseitigen. Oft haben auch bestimmte Präparate die Inkontinenz als unerwünschte Nebenwirkung, so dass der Arzt nur ein anderes Medikament verschreiben muss.