Dieses sollte entsprechend des Stadiums in dem der Krebs diagnostiziert wurde, aber auch nach Lebensplänen, Hobbies und allgemeinem Gesundheitszustand des Patienten entschieden werden.

Im frühen Stadium wird oft eine vollständige operative Entfernung der Prostata vorgenommen oder eine Strahlentherapie begonnen. Im fortgeschrittenen Stadium wird in den meisten Fällen mit einer Hormonentzugstherapie behandelt.

Dabei wird dem Körper Testosteron entzogen, um das Wachstum der Krebszellen zu verlangsamen, die Größe und Ausbreitung des Tumors zu reduzieren und das Fortschreiten der Erkrankung längerfristig zu verzögern. Der Hormonentzug kann chirurgisch oder medikamentös erfolgen.

Patienten mit einer vorbestehenden Herzkreislauferkrankung wird deshalb dazu geraten, ihren behandelnden Arzt über bestehende Herzkreislauferkrankungen zu informieren.

Im Zuge der medikamentösen Hormonentzugstherapie kann der behandelnde Arzt auf zwei grundsätzliche unterschiedliche Wirkprinzipien setzen sodass entweder der Testosteron-Spiegel abgesenkt (GnRH-Antagonisten oder LHRH-Agonisten) oder die Wirkung des Testosterons an der Krebszelle verhindert wird (Antiandrogene), letztere findet nur noch sehr beschränkten Einsatz.

Die Nebenwirkungen von  GnRH-Antagonisten und LHRH-Agonisten sind ähnlich, da sie auf den Testosteromangel zurückzuführen sind. Bezüglich des Risikos für Herzkreislaufereignisse scheint es jedoch Unterschiede zu geben. Erste internationale Untersuchungen zeigen, dass GnRH-Antagonisten vermutlich mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislaufereignisse verbunden sind als LHRH-Agonisten.

Eine Studie, die diese Frage klären soll läuft allerdings bereits. Die Europäische Urologische Vereinigung (EAU) weist seit 2015 in den Leitlinien zur Prostatakrebsbehandlung auf die Herzkreislaufrisiken hin.

Patienten mit einer vorbestehenden Herzkreislauferkrankung wird deshalb dazu geraten, ihren behandelnden Arzt über bestehende Herzkreislauferkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Erkrankung der Herzkranzgefäße/Koronare Herzkrankheit (KHK), Embolie, Thrombose) zu informieren, wenn eine Hormonentzugsbehandlung angesetzt werden soll. Auch Raucher und Diabetiker sowie Männer mit erhöhtem Cholesterinspiegel oder Blutdruck sollten ihren Arzt proaktiv auf die Risikofaktoren hinweisen.