Wie bleiben Sie fit, gesund und in Form?

Bei meinem Beruf ist das schwierig zu beantworten, weil ich genau das jeden Tag im Leistungssport riskiere. Ich glaube jedoch daran, dass die Psyche all das ausgleichen kann. Denn fit im Kopf zu bleiben, ist das Allerwichtigste. Nur dann kann der Körper Höchstleistungen bringen – nicht nur im Leistungssport, sondern auch bei jedem anderen Job.

Bitte definieren Sie „Fitness im Kopf“ genauer.

Das bedeutet für mich Ernährung und Freizeit. Ich selbst bin beispielsweise kein Freund von Kohlenhydraten, wie beispielsweise Zucker. Er macht träge, launisch und müde. Wenn man anfängt, dies zu reduzieren, merkt man sehr schnell, wie wach und fit der Körper und der Kopf eigentlich sind. Dann kann man auch die physische Belastung etwas erhöhen.

Kann man durch Zucker nicht besser denken?

Ohne Zucker zu denken, fällt dem Menschen nur schwer. Wenn der „Entzug“ erst einmal geschafft ist, werden Sie sehen, dass alles genauso funktioniert – oder sogar besser. Das vermeintliche bessere Denken durch Zucker ist nur eine subjektive Empfindung.

Drei Stunden reine Freizeit hat jeder Deutsche durchschnittlich am Tag. Wie verbringen Sie diese Zeit?

Wenn ich mir wirklich Zeit für mich selbst nehme, beschäftige ich mich größtenteils mit neuen Ideen für Geschäftsmodelle, gehe in mein Atelier oder gucke auch einfach mal nur einen Film, um abzuschalten. Ich denke, dass das Wichtigste in der Freizeit ist, dass man etwas tut, was man wirklich gern macht, und nichts, was einen eigentlich gar nicht glücklich macht.

Was meinen Sie genau?

Kochen Sie lieber, als dass Sie essen gehen? Dann laden Sie Freunde zu sich ein und bekochen sie. Lesen Sie lieber ein Buch, als fernzusehen? Dann lesen Sie. Baden Sie lieber, als dass Sie duschen? Dann rein ins Badevergnügen.

Wenn man(n) dann erst einmal drin ist, wird Sport zu einer echten Leidenschaft.

Was ich meine, ist, dass man seine Freizeit nur mit Dingen verbringen sollte, die einen glücklich machen. Nur so kann man Energie tanken, um wieder fit im Kopf zu sein. Zudem sollte man sich regelmäßig sortieren und den Kopf aufräumen, um weiterzumachen.

Was ist mit Sport?

Viele Männer können ihren inneren Schweinehund nur schwer überwinden und verbringen ihre Freizeit lieber anders. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meist nur der Einstieg schwerfällt. Wenn man(n) dann erst einmal drin ist, wird Sport zu einer echten Leidenschaft.

Und bis es so weit ist?

Sollten Männer an ihrer Denkweise arbeiten. Wenn Sie einen Job antreten, haben Sie meist sechs Monate Probezeit. Wenn ein Mann jedoch ins Fitnessstudio geht, möchte er schon nach zwei Wochen ein Sixpack sehen. Das funktioniert so aber nicht. Der Körper braucht ein wenig Zeit, um eine gewisse Leistungsfähigkeit zu erreichen. Die ersten sechs bis zehn Wochen sind nicht leicht – da muss man sich durchkämpfen.

Haben Sie einen Tipp, wie man(n) das schafft?

Ich plädiere für einen Vertrag, den man sich selbst aufsetzt: Man schreibt fünf Sachen nieder, die man gern erreichen möchte. Diese verrechnet man mit Aktivität. Das könnte so lauten: „Wenn ich dreimal in der Woche das mache, kann ich alle zwei Wochen das machen.“ Diesen Vertrag unterschreibe ich und hefte ihn zu den anderen Verpflichtungen, wie Arbeits- und Mietvertrag. Das kann unterstützen.

Wie stehen Sie zu Ihrem Aussehen?

Ich stehe zu mir. Das war aber nicht immer so. Früher war ich sehr groß, hatte dafür gegenüber dem standardhübschen Mann aber sehr wenig Haare, was nicht hilfreich für mein Selbstbewusstsein war. 2015 habe ich dann eine Haartransplantation machen lassen.

Seitdem fühle ich mich viel besser und habe auch verstanden, warum Haare ein sekundäres Geschlechtsmerkmal sind. Ich kann jedem nur raten, sich mit einem Makel, durch den man Selbstbewusstsein einbüßt, nicht zufriedenzugeben. Es gibt heute so viele Möglichkeiten, und diese sollte man wahrnehmen. Man profitiert insgeheim so stark davon – man ist zufriedener und kann im Leben dadurch viel mehr erreichen.