Wenn ich gefragt werde, warum ich mich für Urologie als Fachgebiet entschieden habe, antworte ich meist, dass Urologinnen und Urologen ein lustiges und nettes Völkchen sind.

Im Gegensatz zum Prostatakrebs sind die Heilungschancen beim Hodentumor meist sehr gut.

Muss man vielleicht auch, wenn man es mit Barmännern zu tun hat, die sich über Blasenentzündungen wundern, nachdem zuvor mittels Katheter ein Cocktail in die Blase gefüllt wurde, um diesen dem Gast direkt ins Glas zu pinkeln. Mehr Kundenservice geht kaum.

Aber auch im täglichen Umgang mit „normalen“ Patienten hilft eine gute Portion Humor sehr, allerdings muss man erkennen, wann der nötige Ernst gefordert ist. Das kann bei bösartigen Tumorerkrankungen von Prostata oder Hoden der Fall sein – zwei Krebsarten, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

So betrifft Prostatakrebs vor allem ältere Männer, während der Hodentumor häufig bei jungen Erwachsenen und Jugendlichen vorkommt. Im Gegensatz zum Prostatakrebs sind die Heilungschancen beim Hodentumor meist sehr gut. Jedoch gibt es bei Prostatakrebs auch weniger aggressive Arten, die geheilt werden können oder lediglich beobachtet werden müssen. Beide Tumorarten haben jedoch etwas Tragisches gemeinsam: Es sterben noch immer Männer daran.

Ziel der Movember-Bewegung ist es, eine möglichst große Zahl von Männern, egal welchen Alters, für das Thema Männergesundheit zu sensibilisieren. Ähnliches gilt für mein Buch „Fit im Schritt“, allerdings geht es darin um alle Bereiche der Urologie.

Denn je häufiger man auf seinen Gesichtsschmuck angesprochen wird, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt die Idee.

Dabei spielt auch die Frau eine große Rolle, sei es als Patientin mit Beschwerden bei einer Blasenentzündung oder Nierensteinen oder als passiv Beteiligte, wenn beim Mann „untenrum“ nicht alles fit ist. Grund hierfür können nicht nur Erektionsprobleme oder frühzeitiger Samenerguss sein, auch häufiges nächtliches Wasserlassen bei Prostatabeschwerden kann das Zusammenleben und den Schlaf beider Partner stören.

Die Movember-Bewegung bedient sich wie auch mein Buch einer lockeren, zeitgemäßen und humorvollen Art, um dem vermeintlich arztscheuen Mann Gesundheitsthemen näherzubringen. Wir passen also ganz gut zusammen, wenn es darum geht, Männer für einen Arztbesuch zu motivieren und sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie ihrem Körper ruhig ab und an etwas Gesundes gönnen können.

Darüber hinaus steht mir mein leicht rötlicher Oberlippenbart hervorragend. Manche behaupten zwar das Gegenteil, aber auch das gehört zum Movember. Denn je häufiger man auf seinen Gesichtsschmuck angesprochen wird, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt die Idee. Langsam muss man sich allerdings Sorgen um die Signalwirkung des Oberlippenbarts im Movember machen, denn in größeren deutschen Städten stellt der Schnäuzer mittlerweile die modische Gegenbewegung zum Vollbart dar.

Viele Männer, gerade die jüngeren, sorgen sich hingegen, wenn es um das eigene Stehvermögen oder die Penisgröße geht. Nicht alles, was Harry Potter oder James Bond im Film vollbringen, kann der normale Mann auch, das ist klar. Ausgerechnet bei Pornos machen sich besonders unerfahrene Jugendliche dann aber Gedanken, nicht dem Idealbild zu entsprechen.

Neben der Wissenschaft und medizinischer Forschung spielt Prävention eine entscheidende Rolle.

Das kann zu unglaublichen Geschichten führen, wie der Injektion von Paraffin in den Penis zum Größengewinn, oder zu Unfällen mit Cockringen und ähnlichen Äquivalenten. Abgesehen davon gibt es wenige längliche Gegenstände, die ein Urologe nicht schon aus einer Harnröhre gezogen hat, nachdem sie zuvor zur Stimulation eingeführt wurden.

Mein Lieblingsbeispiel an dieser Stelle ist ja der Pfeifenreiniger – hinter seinem Einführen kann man zumindest theoretisch einen Sinn vermuten. Solche Anekdoten, die man als Urologe zuhauf erzählen kann, sorgen entweder für amüsante Stimmung beim Abendessen mit Freunden – oder sie führen dazu, dass Essenseinladungen immer seltener werden.

Wenn dann allerdings etwas nicht so funktioniert, wie es soll, der Vater Prostata- oder der Freund Hodenkrebs hat, melden sich besagte Freunde gerne wieder – und nachtragend ist man in der Urologie nicht. Ideal wäre es natürlich, eine Erkrankung zu verhindern, bevor sie überhaupt entsteht. Neben der Wissenschaft und medizinischer Forschung spielt Prävention dabei eine entscheidende Rolle. Diesen Gedanken weiterzuverbreiten, ist die Mission des Movember.

Die Movember Foundation

Unternehmen Sie etwas dagegen, dass Männer zu früh sterben. Schließen Sie sich der Bewegung für die Männergesundheit an.

Die Movember Foundation ist eine globale Organisation und führende Stiftung, die sich für Männergesundheit einsetzt und Spenden für die Prostata- und Hodenkrebsforschung sammelt. „Movember“ ist eine Wortschöpfung, die sich aus dem englischen Begriff „Mo“ für Moustache, zu Deutsch Schnurrbart, und dem Monat November zusammensetzt.

Männliche Teilnehmer lassen sich jedes Jahr im Herbst ihren „Mo“ wachsen, sammeln Spenden und möchten somit Aufmerksamkeit dafür schaffen, dass Männer mehr auf ihre Gesundheit achten.

Seit der Gründung 2003 in Melbourne, Australien von den beiden Initiatoren und Freunden Travis Garone und Luke Slattery haben sich Millionen von Männern und Frauen der Bewegung angeschlossen und ihre Stimme für Männergesundheit erhoben. Weltweit wurden über 500 Millionen Euro gesammelt, mit denen mehr als 1.200 Projekte gegen Prostata- und Hodenkrebs sowie für mentale Gesundheit unterstützt wurden.

Der Movember freut sich jedes Jahr über prominente Unterstützer, in diesem Jahr unter anderem Fußballtorwart Philipp Heerwagen, Handballer Uwe Gensheimer und Autor Volker Wittkamp. Werden auch Sie Teil der Bewegung, erheben Sie Schnurrbart und Stimme für die Männergesundheit!

Weitere Informationen finden Sie unter: movember.com.