Persönlich ist U. Schnorrer ein origineller, humorvoller, offener Mensch. Statistisch gesehen ist er vor allem ein „ganz normaler Mann Mitte 50“: abgesehen vielleicht von gelegentlichen – ganz normalen – Knie- oder Rückenproblemen keine weiteren Vorkommnisse. Darum machte er sich auch keine großen Gedanken, als er vor einigen Jahren, genau wie Tausende andere ganz normale Männer über 50, zum routinemäßigen Gesundheitscheck bei seinem Urologen vorbeischaute. Die erste Bedingung für das glückliche Ende seiner Geschichte war ein glücklicher Anfang: Wären bei einer routinemäßigen Vorsorgeuntersuchung nicht erhöhte PSA-Werte festgestellt worden, wäre U. Schnorrer „im Leben nicht drauf gekommen“, dass er Prostatakrebs haben könnte.

Nach der Blutabnahme wurde ein Ultraschallbild gemacht, das schon „ein bisschen verdächtig aussah“. Mit dem MRT konnte man schließlich ein Karzinom erkennen. Frühes Stadium, Prostatakrebs. Wie aus dem Nichts tauchen Tausende Gedanken auf, Informationen, Ängste, Fragen. Schnorrer erzählt lebhaft, auch schonungslos vom ersten Schockmoment, aber nach wenigen Sätzen klingt er schon wieder so ansteckend positiv wie immer. Vor allem auf die behandelnden Ärzte am Uniklinikum Köln kommt er besonders gern zu sprechen.

Die Frage, ob er sich nach der Diagnosestellung umfassend über die Fakten und mögliche Behandlungen und Therapiewege informiert fühlte, unterbricht er ungeduldig.„Also das muss ich wirklich ausdrücklich sagen! Mein Urologe in Mayen, hat mich hervorragend betreut. Er hat mir ganz ausführlich erklärt, was jetzt Sache ist und was man machen kann – und dass es da heutzutage bei so frühzeitiger Diagnose therapietechnisch eigentlich gar keine Probleme mehr gibt. Unterschiede gäbe es natürlich sehr wohl: Entweder würde die ganze Prostata chirurgisch entfernt – dann wäre das Thema sowieso ,erledigt‘. Oder es gäbe die Möglichkeit, ganz präzise eben nur das bösartige Gewebe zu entfernen – da kam dann das neue Verfahren ins Spiel.“

Die Fakten haben einfach für sich gesprochen, da gab’s für mich überhaupt nichts zu überlegen.

Für prinzipielle Skepsis, was technische Innovationen und neue Möglichkeiten allgemein angeht, ist Schnorrer sowieso nicht der Richtige. „Ich bin ein Mensch, der mit dem Fortschritt geht, da habe ich keine prinzipiellen Berührungsängste oder so.“ Als dann alle konkreten Informationen auf dem Tisch lagen, war die Sache für ihn sofort entschieden. „Die Fakten haben einfach für sich gesprochen, und man hat auch den Ärzten angemerkt, dass die vollstes Vertrauen in das Verfahren haben. Da gab’s für mich überhaupt nichts zu überlegen. Ich fand das einfach nur genial, dass es so was jetzt gibt!“

Auf den ersten Blick wirkt so viel Begeisterung in Bezug auf eine Krebstherapie sogar bei Herrn Schnorrer fast etwas kurios. Sie ist aber kein bisschen gespielt, und das liegt bei aller Sonnigkeit nicht an Schnorrers sonnigem Gemüt – sondern an den Fakten, von denen er so gern erzählt. Denn „was es jetzt gibt“, kann man getrost als Sensation bezeichnen, vielleicht etwas gewagt als Revolution, ganz gewissenhaft aber als dramatische Evolution in der Prostatatherapie: die Möglichkeit, einen Prostatakrebs zu zerstören – und die Prostata dabei als Organ mit seinen Funktionen zu erhalten. Die fokale Behandlung der Prostata mit dem sogenannten TULSA-Verfahren (www.prostata-tulsapro.de) stellt gegenüber den herkömmlichen chirurgischen Eingriffen für alle Beteiligten, für Ärzte und Patienten, in der Anwendung und im Ergebnis, eine derartige Verbesserung dar, dass eine mehr oder weniger Begeisterung nicht verwundert.

TULSA steht dabei für Transurethrale ULtraSchall Ablation der Prostata. Die Behandlung mit diesem Verfahren erfolgt unter MRT-Kontrolle und benutzt Ultraschall, um Prostatagewebe zu zerstören. Das Ganze findet in einem MRT-Untersuchungsraum und nicht in einem Operationssaal statt. Das Verfahren verspricht nicht nur die männliche Potenz zu bewahren und eine Inkontinenz zu vermeiden, es wird auch minimal-invasiv in nur einer einzigen Sitzung durchgeführt. Im Vergleich zu den bisherigen Möglichkeiten ein gewaltiger Fortschritt. An die Stelle einer Operation und mitunter eines längeren Krankenhausaufenthalts oder einer langwierigen, belastenden Strahlentherapie, beide mit nicht unerheblichen Risiken, rückt eine erstaunlich unkomplizierte, kurze Prozedur mit wesentlich geringerem Risiko für Nebenwirkungen und sehr guten Erfolgsaussichten. Bei aller Begeisterung ist es wohl doch sinnvoll, wenn die Tatsachen einmal ganz nüchtern betrachtet werden. Dr. med. Agron Lumiani, Chefarzt und Gründer der ALTA Klinik (www.alta-klinik.de), bringt es auf den Punkt: „Wir sind in der Lage, den Tumor zu vernichten und gleichzeitig die Funktionen des Mannes weitgehend zu erhalten. Das Entscheidende ist, dass wir keine Schäden an den benachbarten Organen verursachen.“

Professor Dr. Axel Heidenreich vom Universitätsklinikum Köln erläutert:  „Als Urologen begegnen wir einer Reihe von Männern mit Prostatakrebs, bei denen eine große Kluft zwischen den derzeitigen Möglichkeiten der aktiven Überwachung und invasiveren Behandlungen wie Operation und Bestrahlung besteht. Wir suchen nach innovativen Behandlungsmöglichkeiten, die eine minimalinvasive, fokale Behandlung der Prostata mit möglichst geringer Auswirkung auf die Lebensqualität eines Menschen ermöglichen. Wir haben die Möglichkeit, ein organbegrenztes Prostatakarzinom günstiger Differenzierung unter Aufrechterhaltung der Potenz und Kontinenz onkologisch effektiv zu therapieren.“

Professor Dr. David Maintz und PD Dr. Thorsten Persigehl vom Uniklinikum Köln sind begeistert von der neuen Teamarbeit mit der Urologie. Prof. Maintz erläutert: „Das TULSA-Verfahren ermöglicht es uns  als Radiologen modernste Innovation in die Klinik zu bringen und Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom erstmalig eine lokal begrenzte Therapie anzubieten.“

Genau wie U. Schnorrers Geschichte hat diese Suche ein glückliches Ende gefunden: Das TULSA Verfahren ist diese Möglichkeit. Was das für Prostata-Patienten bedeuten kann, kann man erahnen – man kann aber auch einfach einem geborenen Geschichtenerzähler wie U. Schnorrer zuhören. „Also das war wirklich eine nette Geschichte, denn der OP-Termin fiel auch noch genau auf meinen Geburtstag! Das war schon mal ein tolles Geschenk. Zum Ablauf kann ich nur sagen, das war schon fast erstaunlich, wie relaxed das war. Die Schwestern und die Narkoseärzte haben alle noch  mal nachgefragt, ob alles okay ist – und ich habe nur gesagt: „Entspannen Sie sich! Ich bin auch entspannt, und wir gehen das jetzt ganz in Ruhe an.“

Die Therapie „passt im Prinzip auf einen Bierdeckel“: Nach gründlichen Voruntersuchungen am Uniklinikum Köln wird der Patient am Vortag vorbereitet, am Tag der Behandlung in Narkose gelegt und mit einem Bauchdeckenkatheter versehen. Dann erfolgt die Behandlung, und der Patient bleibt für eine Übernachtung auf der Station. Nach der Morgenvisite geht’s „ab nach Hause“, nach einigen Wochen wird der Katheter entfernt. „Und fertig!“, strahlt U. Schnorrer. Der Frage nach dem Wohlbefinden kommt er gern zuvor: „Die ersten Male war der Druck beim Urinieren ein bisschen größer als unter normalen Umständen. Aber ich hatte keine Schmerzen, kein gar nix, im Grunde wirklich genau wie vorher. Und ich sage mal als Mann: Es gibt auch ansonsten keinerlei Probleme. Alles ist, wie das bei Männern halt so ist – alles einwandfrei!“