Zwar stimmt es, dass Männer weniger häufig zum Arzt gehen und Früherkennungsangebote seltener wahrnehmen als Frauen, doch wie bereits der Erste Männergesundheitsbericht im Jahr 2010 zeigte: Das Problem sind nicht die Männer, sondern die Gesundheitsangebote, die nicht dem männlichen Selbstverständnis entsprechen.

Männer sehen sich aber eher in einer aktiven Rolle, verstehen sich als „Macher“ und Problemlöser.

Lange Wartezeiten trotz Termin, eine Überweisung zum Facharzt nach Wochen oder gar Monaten stellen insbesondere das auf Effizienz getrimmte Geschlecht auf eine harte Geduldsprobe. Resultat: Der Gang zum Arzt wird so lange vermieden, bis sich Schmerzen oder andere bedenkliche Symptome einstellen.

Wir müssen also Präventionsthemen stärker in die Lebenswirklichkeit von Männern bringen und Gesundheitsangebote schaffen, die leichter in den Alltag zu integrieren sind.

So sollten zum einen die rein infrastrukturellen Schwächen der Gesundheitsversorgung behoben werden – weshalb die Stiftung Männergesundheit begonnen hat, Gesundheitszentren zu zertifizieren, die eine interdisziplinäre
Gesundheitsversorgung mit reibungslosem Ablauf und zeiteffizienter Koordination aller erforderlichen Untersuchungen anbieten.

Aber auch das Selbstverständnis von Arzt und Patient bedarf eines Paradigmenwechsels: Patient kommt aus dem Lateinischen und hat die Bedeutung „ertragen“, „erdulden“ – Männer sehen sich aber eher in einer aktiven Rolle, verstehen sich als „Macher“ und Problemlöser.

Wie in anderen Bereichen, sei es bei der Wahl des neuen Computers oder Autos, holen sich Männer gern den Rat eines Experten ein, aber der muss ihnen auf Augenhöhe begegnen und sich als Berater verstehen, nicht als Vormund.

Dieses Rollenverständnis muss die moderne Medizin, möchte sie auch Männer erreichen, stärker reflektieren. Im besten Fall nimmt der Mann das Projekt „Meine Gesundheit“ selbst in die Hand und der Arzt steht ihm dabei als Coach und Fachmann zur Seite.

Die Stiftung Männergesundheit entwickelt dafür innovative Tools, wie beispielsweise die Gesundheitsapp, die in Kürze auf www.stiftung-maennergesundheit.de verfügbar sein wird. Gesundheitsprävention ist damit app sofort auch ein Männerthema!

Also, bleiben Sie mit uns gesund!